Montag, 22. Dezember 2014

Furchtbar fruchtbar

Was soll ich tun
Mit all diesen Gefühlen
Diesen Plänen und Wünschen und
Erinnerungen und
Abhängigkeiten
Die wie ein großer Baum in mir
Gewachsen sind
Ausreißen?
Geht das? Will ich das?
Lehne ich damit vielleicht ab
Was mein Leben mir geschenkt hat?
Brauche ich vielleicht
Mehr Geduld?
Ist die Frucht vielleicht nur
Deshalb so sauer
Weil es ein Zitronenbaum ist?
Ist es vielleicht nur einer
Von vielen Bäumen
Die langsam in mir wachsen
Auch mit süßen Apfelsinen
So dass alles da ist
Was lecker und gesund ist
Oder bin ich einfach nur verloren
In einem Bild
Das nicht passt
Was passiert mit uns
Wenn wir lieben
Wenn wir uns nach Liebe sehnen
Was passiert mit mir
Wenn der Baum in meinem Garten
Wächst und wächst und
Zu mir spricht
Berühr mich nicht und ich
Mal gehorche und
Mal nicht

* * *

Samstag, 23. August 2014

Spülen

Was soll ich tun?
Wie soll es weitergehn?
Selten rollen Wellen voller Weisheit
Über mich
Ich sage selten
Während ich doch weiß
So gut wie nie
Wäre angebrachter
Ich schließe meine Augen
Höre Meereswasser rauschen
Wasser fließt in meine Spüle
Sie ist wieder voller
Teller, Tassen, klebrigem Besteck
Täglich wächst der Berg aus Dreck
Und täglich mach ich alles weg
Ich schließe meine Augen
Tod und Leben will ich tauschen
Höre Meereswasser rauschen
Kein Problem?
Egal!
Ich kann es auch nicht ändern
Es liegt in unserer Natur

* * *

Dienstag, 22. Oktober 2013

Wider Willen














Zweimal schwarzer Vollmond
So richtig wild und groß
Waren deine Pupillen
Und meine wahrscheinlich auch
Wir mussten knicken und irgendwann
Kaputtgehn
Unter der Last schlechter Gewohnheiten
Unter dem Druck fremder Erwartungen
Ich sehe diese Hunde nicken
Hass und Verachtung brauchen mehr Platz
Als Liebe und Wertschätzung
Es ist ein Parlament der Gefühle
Der großen Pupillen

* * *

Samstag, 8. Dezember 2012

Der rote Himmel am Morgen
















Er hat mich nie umarmt
Warum sollte er auch einfach so
Seine Tochter umarmen?
Ich verdränge es
Aber irgendwie lässt es sich
Verdammt schlecht verdrängen -
Versuchtes Verdrängen verschleiert
Meine Sinne
Aber hilft auch
Denke ich
Und schau ihn von der Seite an
Und merke
Er ist heute anders
Er schaut weg
Und ist mir dennoch zugewandt
Kristallklar scheint meine Sehnsucht
Heute bei ihm anzukommen
Ich bin verwirrt und überrascht
Er dreht sich um
Er schaut mich freundlich an
Hält den Blick
Er hält tatsächlich diesen Blick und
Lächelt
Lächelt in Farbe
Er lächelt sanft, klar und ehrlich
Nein, denke ich
Doch, denke ich
Das ist er
Ja, das ist er!
Er hat mich nie umarmt
Aber das hier
Das hier ist neu -
Und neu ist auch mein Wunsch
Ihn wieder so zu sehen


* * *

Samstag, 9. Juni 2012

Uthoole






Wan stelle Stund en
Stelle Doag daut groote Wota
Schlope lote
Lat diene Leew mie
Oppjereajcht en wilt en lud
Vebrenne
Vegone
Soo aus daut Wota en dee Darscht
Dem Maun daut Lewe naum
Soo brinjt mie diene Leew
Dem Doot -
See tjwelt
Wan se fehlt
Tjwelt en tjwelt en tjwelt
Grootet Wota
Drejet Launt
Etj kaun en well nich meea
En bruck boolt uck nich meea
Wan stelle Stund en
Stelle Doag daut groote Wota
Schlope lote
Lat diene Leew mie
Oppjereajcht en wilt en lud
Vebrenne en vegone -
Endoont!?
Uthoole!?
Waut schwoat es
Woat boolt wada jreen!?
Noch sie etj hia
Noch een poa Doag, noch
Een poa Stund

* * *

Montag, 19. März 2012

Was wir vermissen


Einem kleinen Jungen, erste Klasse, zweites Halbjahr, stockt der Atem. Sein neues Spielzeug ist kaputt. Er hatte sich so sehr über diesen ferngesteuerten Hubschrauber gefreut - und dann hat er ihn selbst und höchstpersönlich aus dem Fenster rausgesteuert! Aus Versehen natürlich, so ein Unglück! Da liegt der schöne Helikopter jetzt, kaputt auf der Straße. Die roten und die grünen Lämpchen leuchten nicht mehr. Der kaputte Rest auf dem Asphalt sieht aus wie Müll. Der Jung hebt ihn auf und weint. Er vermisst seinen Vater...

Montag, 30. Januar 2012

Still









Why has no one told me
Life is gonna kill me
But, only almost
Not really
Only some day
Not today
I'm still alive
I'm here with you

* * *